BMBF-Forschungsschwerpunkt FSP104-CMS

Im BMBF-Verbundprojekt CMS arbeiten die RWTH Aachen, die Universität Hamburg, das KIT Karlsruhe, die Universität Münster, sowie das DESY (als assoziiertes Mitglied) zusammen an der Erforschung der kleinsten Teilchen mit dem CMS-Detektor am LHC-Beschleuniger des CERN. Unsere Arbeitsgebiete sind:

  • Betrieb des CMS-Detektors,
  • Analyse der CMS-Daten, insbesondere in den Bereichen Higgs-Physik, Top-Physik, neue Physik,
  • Detektor-Upgrades, mit Schwerpunkten auf dem Pixel- und Spurdetektor und den Myonkammern,
  • begleitende theoretische Studien und Rechnungen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zum Profil des Verbundprojekts, zu den beteiligten Instituten und Gruppen, sowie zu den Forschungsschwerpunkten.

Neueste Meldungen:


Aachener CMS-Gruppe organisiert virtuellen Besuch des CMS-Detektors (23.05.2019)

Am 8.5.2019 fand an der RWTH Aachen eine öffentliche Veranstaltung statt, deren Highlight eine Live-Schaltung zum CMS-Detektor war. Solche virtuellen Besuche oder "Virtual Visits" sollen dem Bürger ermöglichen, ein Gefühl für die Größe und Komplexität des Detektors zu bekommen. Momentan ist die Kaverne, in welcher sich der CMS-Detektor befindet, zugänglich, da der Beschleuniger eine Betriebspause hat (Long Shutdown 2). In dieser Pause wird der Detektor verbessert und gewartet. Privatdozent Oliver Pooth berichtete live vom CERN, und führte die Besucher durch die Detektor-Kaverne, die Service-Kaverne, in der sich die Ausleseelektronik befindet, sowie durch den oberirdischen Kontrollraum, von welchem aus der Detektor gesteuert und überwacht wird. Die Veranstaltung wurde abgerundet durch Präsentationen (in Aachen) von Prof. Lutz Feld zum CERN und zum CMS-Experiment, und von Prof. Alexander Schmidt zu den Physikzielen, insbesondere zur Untersuchung des Higgsmechanismus. Mit über 300 begeisterten Besuchern war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Auch von der Gelegenheit, Fragen zu stellen, wurde reger Gebrauch gemacht.

Weitere Informationen:
Link zur Webseite am CERN

Neues Graduiertenkolleg an der RWTH Aachen bewilligt (17.05.2019)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat am 13.5.2019 die Förderung von 13 neuen Graduiertenkollegs (GRKs) bekannt gegeben. Eines davon ist das GRK 2497 mit dem Titel "Physik der schwersten Teilchen am Large Hadron Collider". Das Graduiertenkolleg ist an der RWTH Aachen angesiedelt und wird sich auf die Untersuchungen der Eigenschaften von Higgs-Bosonen und Top-Quarks sowie die Suche nach neuen, schweren Teilchen konzentrieren. Ein Ziel des GRK ist es, Theorie und Experiment (konkret CMS) näher zusammen zu bringen. Beteiligt sind die CMS-Experimentalphysiker Prof. Lutz Feld vom 1. Physikalischen Institut B, Prof. Kerstin Borras, Prof. Martin Erdmann, Prof. Thomas Hebbeker, und Prof. Alexander Schmidt vom 3. Physikalischen Institut A, sowie die Theoretiker Prof. Michal Czakon, Prof. Robert Harlander, Prof. Michael Krämer, und Priv.-Doz. Malgorzata Worek vom Institute for Theoretical Particle Physics and Cosmology. Sprecher ist Prof. Michal Czakon. Für die Zeit vom 1.10.2019 bis 31.03.2024 werden durch die Förderung des GRKs unter anderem zusätzliche Stellen für herausragende Doktoranden geschaffen, die jeweils von einem CMS-Physiker und einem Theoretiker co-betreut werden.

Weitere Informationen:
Link zur Pressemitteilung der DFG
Link zur Pressemitteilung der RWTH Aachen

BMBF-Vertreter besuchen CMS (16.04.2019)

Der LHC und seine Experimente befinden sich 2019 und 2020 in einer Wartungs- und Ausbauphase, während der der CMS-Detektor geöffnet ist und den Blick auf sein Innenleben freigibt. Frau Dr. Andrea Fischer, Leiterin des Referats 711 Universum und Materie, und Dr. Mikael Gast haben diese Gelegenheit genutzt und sich bei einer Besichtigung einen unmittelbaren Eindruck vom CMS-Experiment und den forschreitenden Arbeiten verschafft. Das BMBF fördert die deutschen CMS-Gruppen in der laufenden Förderperiode mit rund 20 Millionen Euro, etwa die Hälfte davon für das Phase-2 Upgrade des CMS-Detektors. Die Förderung wird betreut vom Projektträger DESY, dessen Vertreter Dr. Hanna Mahlke und Dr. Wolfgang Ehrenfeld ebenfalls an der Besichtigung teilnahmen.

Von links nach rechts: Dr. Wolfgang Ehrenfeld vom Projektträger (DESY-PT), Prof. Roberto Carlin, Spokesperson der CMS-Kollaboration, Dr. Andrea Fischer und Dr. Mikael Gast vom BMBF, und Prof. Lutz Feld, Sprecher der deutschen CMS-Gruppen.

 

DCMS-Mitglieder übernehmen wichtige CMS-Leitungspositionen (03.04.2019)

Im März 2019 hat die CMS-Kollaboration viele Leitungspositionen neu besetzt. Mehrere Mitglieder der deutschen CMS-Gruppen werden wichtige Koordinatorenrollen ausüben.

Erik Butz vom KIT wird neuer Tracker-Projektleiter. Hiermit leitet er in Zukunft das größte Teilsystem des CMS-Detektors. Erik Butz hat in Hamburg promoviert. Er war von 2013 bis 2018 Tracker Operations Manager, also für den Betrieb des Streifentrackers zuständig. Seit September 2018 fungiert Erik Butz als stellvertretender Tracker-Projektleiter, so dass er optimal auf seine neue Aufgabe vorbereitet ist.

Benedikt Vormwald, Physiker an der Universität Hamburg, wird Run Coordinator von CMS. Benedikt Vormwald hat am Bau des Phase-1 Pixel-Detektors mitgearbeitet und leitet seit 2018 dessen Betrieb in CMS. Als Run Coordinator ist er für den reibungslosen Betrieb des gesamten CMS-Detektors verantwortlich.

Andreas Meyer, Physiker am DESY und Privat-Dozent an der Universität Hamburg, wird PPD Coordinator, wobei PPD für "Physics Performance and Data set" steht. Die PPD-Gruppe ist unter anderem zuständig für die korrekte und optimale Rekonstruktion der Kollisionsdaten, sowie die Produktion von simulierten Datensätzen, und ist daher von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Physikanalysen von CMS. Andreas Meyer war Convener der Top-Arbeitsgruppe von 2014-2015, und leitete die Physikanalyse-Aktivität der CMS-Gruppe am DESY von 2010 bis 2017. Er vertritt CMS in der Steering Group des "Workshops on the physics of the HL-LHC and perspectives for HE-LHC".

Abideh Jafari vom DESY wird Leiterin der Analysegruppe zur Top-Physik (TOP PAG). Bisher hat sie die Untergruppe zu Single-Top koordiniert. Abideh Jafari ist selbst an mehreren Analysen zur Top-Physik führend beteiligt.

Roger Wolf vom KIT wird Leiter der Arbeitsgruppe, welche die optimale Rekonstruktion von Tau-Leptonen verantwortet (TAU POG). Persönlich interessiert er sich unter anderem für Zerfälle von Higgs-Bosonen in Taus.

Die CMS Generator-Gruppe wird in Zukunft von Alexander Grohsjean vom DESY geleitet. Diese Arbeitsgruppe ist einerseits für die zuverlässige Produktion von Monte-Carlo-Ereignissen am CMS-Experiment mitverantwortlich, was einer jährlichen Datenmenge von mehr als 1 PByte entspricht. Andererseits arbeitet sie aber auch eng mit theoretischen Physikern zusammen, um Monte-Carlo-Generatoren weiterzuentwickeln, sie physikalisch und technisch zu validieren und in die Software-Architektur des CMS-Experiments zu implementieren. Alexander Grohsjean selbst forscht im Bereich der Dunklen Materie und des Standardmodells. Er leitet momentan die Arbeitsgruppe, die sich mit den Eigenschaften des Top-Quarks befasst. Von 2016 bis 2018 koordinierte er bereits zwei verschiedene Generatoruntergruppen.

Xavier Coubez vom 3. Physikalischen Institut A der RWTH Aachen (assoziierte Stelle mit der Brown University) wurde zum Leiter der BTV-Arbeitsgruppe ernannt, wobei BTV für "b-tag and vertexing" steht. Die Gruppe ist verantwortlich für alle Aspekte des b-Taggings sowie für die Rekonstruktion von Primärvertex und sekundären Vertices. Xavier war bisher für die BTV-Untergruppe "Algorithms and Software" zuständig.

CMS-Kollaboration verleiht Preise an drei deutsche Physiker (15.02.2019)

Die CMS-Kollaboration verleiht jährlich Preise an Kollaborationsmitglieder, welche herausragende Arbeit geleistet haben. Dieses Jahr konnten sich drei Physiker der DCMS-Gemeinschaft über Preise freuen.
Der Detektor-Preis wird an CMS-Mitglieder verliehen, welche innerhalb der letzten drei Jahre besonders signifikante Beiträge zur Konstruktion des Detektors, oder seines Upgrades, geleistet haben. Martin Lipinski, Doktorand an der RWTH Aachen, bekam diesen Award im Bereich "Spurdetektor" verliehen "for significant contributions to debugging the pixel detector DCDC converter failures, and for essential involvement in the emergency production of new converters". Rechts ist Martin Lipinski (Mitte) zu sehen mit Matthias Kasemann (links), Vorsitzender des für die Preisverleihung zuständigen Collaboration Boards, und Roberto Carlin (rechts), Sprecher der CMS-Kollaboration.

Achievement-Preise werden von den Unterprojekten von CMS an junge CMS-Mitglieder vergeben, welche in dem entsprechenden Bereich besondere Leistungen erbracht haben.
Benedikt Vormwald von der Universität Hamburg erhielt den Preis im Bereich "Run Coordination" für seine führende Rolle im erfolgreichen Betrieb des Pixeldetektors. Die Laudatio lautet: "for sustained and dedicated efforts to improve the operational efficiency of the pixel detectors, particularly after the DCDC challenges, and for playing a leading role in ensuring the highest possible uptime and data quality, enabling smooth operations in 2018." Rechts im Foto ist Benedikt Vormwald als dritter von rechts zu sehen.
Ein weiterer Achievement Award ging an Alexander Grohsjean vom DESY, für seine Leistungen im Bereich "Physics Performance & Dataset". Die Begründung lautete: "for pioneering the implementation of new MC generators and productions at CMS, for the work on event generator validation, and for providing tools and continued support to the operations of MC contacts."
Wir gratulieren allen drei Kollegen ganz herzlich!

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